Sonntag, 20. Mai
Hier halte ich fest was mir durch den Kopf geht

Wieviel Kälte verträgt ein Mensch?

Sonntag, 12. Februar 2012 um 00:00
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Wieviel Kälte verträgt ein Mensch?
Eine eisige Kälte hält uns im Würgegriff. 280 Menschen sind seit dem Wintereinbruch in Euroa erfroren. Kärntner Zeitungen berichten von Familien, die sich bei minus 13 Grad keine Heinzung und kein warmes Wasser leisten können. Die meisten von uns lesen die Geschichten dieser Schicksale, während sie eine wärmende Tasse Tee in der Hand haben und möglichst rasch und beschämt umblätteren. Ich übrigens auch.  Und dennoch machen uns die  eisigen Temperaturen darauf aufmerksam, wie stark Ignoranz und soziale Kälte auch im 21. Jahrhundert noch unseren Alltag bestimmen.

Was assoziieren Sie mit Kälte?
Die endlosen Weiten des russischen Winters von Doktor Zhivago, die Schauplatz für eine der romantischsten Liebesgeschichten überhaupt waren? Frühmorgentliches Ärgernis, weil man nach 15minütigem Autofreischaufeln bemerken muss, dass der Motor dank der Minustemperaturen wieder mal W.O. gibt?  Überheizte Räume, die trockene Luft produzieren und das Arbeiten im Büro, neben dem ohnehin schon frostigen Betriebsklima nicht unbedingt erleichtern? Hüttengaudi, Pistenspaß, Schneespaziergänge und Glühweinstandln?
Oder assoziieren Sie mit Kälte die Tatsache, dass es auch im 21. Jahrhundert noch Menschen gibt, denen niemand Unterkunft gewährt? Die sogar in Österreich, dem 7. Land  der Erde, auf die Gunst der ÖBB angewiesen sind, welche in diesen frostigen Tagen ihre Wartehallen für jene öffnet, die am Rande der Gesellschaft stehen. (weiter...)

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Runaway bride!?

Dienstag, 24. Januar 2012 um 00:00
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Runaway bride!

Wie heißt es so schön – Wer  Veränderung will, muss zu aller erst mal bei sich selbst beginnen. Klingt doch logisch, oder? Warum ist der Mensch aber dennoch viel zu oft ein Fluchttier? Warum stehen wir oft vor Weggabelungen des Lebens und rennen dennoch wissentlich in die falsche Richtung.  Warum sind wir wahre Meister in der Selbstsabotage und praktizieren bei wichtigen Dingen im Leben viel lieber die „Weg von“ als „Hin zu“ Strategie?

Princess A
Es war einmal eine Prinzessin, die in einer alten verlotterten kalten Burg aus Stein lebte.  Ihren Alltag verbrachte sie damit, in panischer Angst täglich darauf zu achten, dass bloß kein Stein aus einer der massiven Burgmauern herausbrach. Ihre größte Angst war es, dass diese schützenden Burgmauern einstürzen könnten und sie plötzlich jenem Menschen gegenüber stehen würde, der seit geraumer Zeit auf der anderen Seite des Burggrabens stand und dort wartete. (weiter...)

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Die blaue Ferne

Freitag, 04. November 2011 um 00:00
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Julia_Schaar_3_230x230In den Jahren meiner ersten Jugend bin ich oft auf hohen Bergen allein gestanden, und mein Auge hing lange an der Ferne, an dem verklärten Duft der letzten zarten Hügel, hinter denen die Welt in tiefe, blaue Schönheit versank. Alle Liebe meiner frischen, begehrlichen Seele floss in eine große Sehnsucht zusammen und trat mir feucht ins Auge, das mit verzaubertem Blick die milde der Ferne Bläue trank.
Die heimatliche Nähe erschien mir so kühl, so hart und klar, so ohne Duft und Geheimnis, und dort jenseits war alles so mild getönt, so überflossen von Wohllaut, Rätsel und Lockung. Ich bin seither ein Wanderer geworden und bin auf allen jenen duftigen fernen Hügeln gestanden. Sie waren kühl, hart und klar, aber jenseits, weiter hinaus, lag wieder jene in Ahnung aufgelöste, selig blaue Tiefe – noch edler und sehnsuchtserweckender.  Noch oft sah ich sie verlockend liegen. Ich widerstand ihrem Zauber nicht, ich ward heimisch in ihr und ward fremd auf den Hügeln der Nähe und Gegenwart. Und das nenne ich nun das Glück: sich hinüber neigen, blaue Gefilde in weiter Abendferne erblicken und die kühle Nähe für Stunden vergessen. Das ist das Glück, etwas anderes als meine Jugend meinte, etwas Stilles und Einsames, schön, doch nicht fröhlich. (weiter...)

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